Igel im Garten überwintern: So hilfst Du den kleinen Stachelrittern durch den Winter

Igel im Garten überwintern: So hilfst Du den kleinen Stachelrittern durch den Winter

Der Igel ist ein gern gesehener Gast in unseren Gärten. Mit seinem stacheligen Kleid und dem tapsigen Gang gewinnt er schnell die Herzen der Gartenbesitzer. Doch besonders im Winter haben es Igel nicht leicht. Sie sind auf unsere Hilfe angewiesen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. In diesem Artikel erfährst Du, warum es wichtig ist, Igeln beim Überwintern zu helfen, welche Maßnahmen Du ergreifen kannst und welche Fehler Du vermeiden solltest. 

Warum Igel im Garten überwintern?

Igel sind Nützlinge, die sich von Schnecken, Insekten und anderen Schädlingen ernähren. Durch ihre Anwesenheit helfen sie, das ökologische Gleichgewicht in Deinem Garten zu bewahren. Doch im Winter, wenn die Nahrung knapp wird und die Temperaturen sinken, benötigen sie besondere Unterstützung, um zu überleben. Ohne Deine Hilfe könnte der Winter für viele Igel tödlich enden.

Die Bedrohung für Igel im Winter

Der Lebensraum von Igeln wird immer weiter eingeschränkt. Durch die Zerstörung natürlicher Lebensräume, den Einsatz von Pestiziden und den zunehmenden Straßenverkehr sind Igel besonders gefährdet. Während des Winters verschärft sich ihre Situation zusätzlich, da sie in dieser Zeit einen sicheren Ort und ausreichend Nahrung benötigen, um ihren Winterschlaf unbeschadet zu überstehen.

Wie Du Igeln im Garten helfen kannst

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, die Du ergreifen kannst, um Igeln das Überwintern in Deinem Garten zu erleichtern. Hier sind einige der wichtigsten Tipps:

1. Igelhaus bauen oder kaufen

Ein Igelhaus bietet den kleinen Stachelrittern einen sicheren Unterschlupf für den Winter. Du kannst ein Igelhaus entweder selbst bauen oder fertig kaufen. Achte darauf, dass das Haus wetterfest und gut isoliert ist. Der Eingang sollte nicht zu groß sein, um Raubtiere fernzuhalten.

Bauanleitung für ein einfaches Igelhaus:

  • Verwende unbehandeltes Holz für das Haus.
  • Die Grundfläche sollte etwa 30 x 30 cm betragen, mit einer Höhe von 25 cm.
  • Der Eingang sollte 10 x 10 cm groß sein.
  • Stelle das Haus auf Stelzen oder ein Podest, um es vor Nässe zu schützen.
  • Fülle das Innere mit trockenem Laub oder Stroh.

2. Natürliche Unterschlupfmöglichkeiten schaffen

Neben einem Igelhaus kannst Du auch natürliche Unterschlupfmöglichkeiten in Deinem Garten schaffen. Ein Laubhaufen, ein Holzstapel oder ein dicht bewachsener Bereich bieten Igeln Schutz und Wärme. Lass einen Teil Deines Gartens etwas wilder, um den natürlichen Lebensraum der Igel zu erhalten.

3. Zusätzliche Fütterung

Igel fressen sich im Herbst eine Fettreserve an, die ihnen durch den Winter hilft. Doch in besonders kalten oder langen Wintern kann diese Reserve nicht ausreichen. Du kannst Igeln mit spezieller Igelfutter, ungewürztem Rührei oder Katzennassfutter helfen. Wichtig ist, dass Du niemals Milch gibst, da Igel lactoseintolerant sind und Milch ihnen schadet.

4. Wasser bereitstellen

Besonders im Winter ist es wichtig, dass Igel Zugang zu frischem Wasser haben. Stelle eine flache Schale mit Wasser in den Garten und achte darauf, dass sie nicht zufriert. Wechsle das Wasser regelmäßig, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Die Vorteile eines igelfreundlichen Gartens

Ein igelfreundlicher Garten bietet nicht nur den Igeln selbst, sondern auch Dir und Deinem Garten viele Vorteile:

  1. Natürliche Schädlingsbekämpfung: Igel fressen Schnecken, Raupen und andere Insekten, die Deinen Pflanzen schaden könnten.
  2. Ökologisches Gleichgewicht: Durch die Förderung der Biodiversität trägst Du zum Erhalt eines gesunden und vielfältigen Ökosystems bei.
  3. Naturnahe Gestaltung: Ein igelfreundlicher Garten ist oft auch ein natürlicher Garten, der weniger Pflegeaufwand erfordert und einen höheren ästhetischen Wert hat.
  4. Umweltschutz: Indem Du auf Pestizide verzichtest und natürliche Lebensräume schaffst, trägst Du aktiv zum Umweltschutz bei.

Häufige Fehler vermeiden

Um Igeln effektiv zu helfen, ist es wichtig, einige häufige Fehler zu vermeiden:

  1. Falsche Fütterung: Gib den Igeln niemals Milch oder gewürzte Speisen. Verwende stattdessen spezielles Igelfutter oder ungewürztes Katzennassfutter.
  2. Ungeeignete Unterschlüpfe: Achte darauf, dass Igelhäuser und natürliche Unterschlüpfe vor Nässe und Kälte geschützt sind. Vermeide Orte, die für Raubtiere leicht zugänglich sind.
  3. Chemikalien im Garten: Verzichte auf Pestizide und andere Chemikalien, die Igeln und anderen Tieren schaden können.
  4. Gefährliche Fallen: Beseitige mögliche Gefahrenquellen wie ungesicherte Teiche, in denen Igel ertrinken könnten, oder Netze, in denen sie sich verfangen können.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So machst Du Deinen Garten igelfreundlich

Hier ist eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Deinen Garten für Igel winterfest und igelfreundlich zu gestalten:

Schritt 1: Vorbereitung

  1. Informationen sammeln: Informiere Dich über die Bedürfnisse und Gewohnheiten von Igeln. So kannst Du besser auf ihre speziellen Anforderungen eingehen.
  2. Materialien besorgen: Besorge unbehandeltes Holz, Laub, Stroh und gegebenenfalls spezielles Igelfutter.

Schritt 2: Igelhaus bauen oder kaufen

  1. Bauanleitung folgen: Baue ein Igelhaus nach der oben beschriebenen Anleitung oder kaufe ein fertiges Modell.
  2. Standort wählen: Wähle einen geschützten und ruhigen Standort im Garten, der vor Wind und Nässe geschützt ist.
  3. Haus aufstellen: Stelle das Igelhaus auf Stelzen oder ein Podest, um es vor Feuchtigkeit zu schützen. Fülle es mit trockenem Laub oder Stroh.

Schritt 3: Natürliche Unterschlupfmöglichkeiten schaffen

  1. Laubhaufen anlegen: Lege einen großen Laubhaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens an. Dieser bietet Igeln Schutz und Wärme.
  2. Holzstapel aufschichten: Staple Holz in einer Ecke des Gartens, um weitere Unterschlupfmöglichkeiten zu schaffen.
  3. Wilder Bereich: Lass einen Teil des Gartens wild wachsen, damit die Igel dort natürliche Verstecke finden.

Schritt 4: Fütterung und Wasser bereitstellen

  1. Futter anbieten: Stelle in den Abendstunden spezielles Igelfutter, ungewürztes Rührei oder Katzennassfutter bereit. Verwende eine flache Schale, die die Igel leicht erreichen können.
  2. Wasser bereitstellen: Stelle eine flache Schale mit Wasser in den Garten und achte darauf, dass sie nicht zufriert. Wechsle das Wasser regelmäßig.

Schritt 5: Gefahrenquellen beseitigen

  1. Teiche sichern: Sichere offene Teiche mit Ausstiegshilfen oder Gittern, damit Igel nicht ertrinken können.
  2. Netze entfernen: Vermeide den Einsatz von Netzen im Garten, in denen sich Igel verfangen könnten.
  3. Chemikalien vermeiden: Verzichte auf den Einsatz von Pestiziden und anderen Chemikalien, die Igeln schaden könnten.

Nachhaltigkeit und langfristige Planung

Ein igelfreundlicher Garten ist nicht nur im Winter von Bedeutung. Plane langfristig und schaffe dauerhafte Lebensräume für Igel und andere Wildtiere. Indem Du Deinen Garten naturnah gestaltest und auf Chemikalien verzichtest, förderst Du die Biodiversität und leistest einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Igel sind nützliche und liebenswerte Gartenbewohner, die unsere Hilfe im Winter dringend benötigen. Durch den Bau eines Igelhauses, das Anlegen natürlicher Unterschlupfmöglichkeiten, das Bereitstellen von Futter und Wasser sowie das Beseitigen von Gefahrenquellen kannst Du dazu beitragen, dass die kleinen Stachelritter sicher durch den Winter kommen. Ein igelfreundlicher Garten bietet nicht nur den Igeln, sondern auch Dir viele Vorteile. Er fördert die Biodiversität, reduziert den Pflegeaufwand und trägt zum Umweltschutz bei. Nimm Dir die Zeit, Deinen Garten für Igel winterfest zu machen, und freue Dich auf die bereichernde Gesellschaft dieser nützlichen Tiere.

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